Vor kurzem habe ich Eierlikör selbst gemacht. Voll lecker, aber so ne riesen Flasche alleine zu vernichten schaffe ich gar nicht, bevor der Likör schlecht wird. Deswegen habe ich den Eierlikör grosszügig mit weiteren Eiern, Mehl, Stärke, Zucker und Butter in eine Rührschüssel geworfen und tataaa ein voll leckerer Eierlikör-Gugelhupf war geboren. Er ist nicht ganz gerade geworden, da eine Seite irgendwie mehr aufgegangen ist als die andere *räusper – huch*, aber der schiefe Turm von Spiez überzeugt geschmacklich auf ganzer Linie.
Ja, auch dem ehrgeizigsten Food Blogger gelingt nicht immer alles so wie gewünscht. Kurzzeitig dachte ich sogar darüber nach, die eine Seite abzuschneiden, damit der Gugelhupf gerade steht. Ich habe dann aber beschlossen, dass ich das total blöd fände. Es reicht ja schon, dass um uns rum in den Social Media immer alles so perfekt dargestellt wird. Ich meine ich kann mich da nicht rausnehmen. Klar versuche ich immer die schönsten Bilder zu posten, das Auge isst bekanntlich mit. Aber wieso sollte man einen ungeraden Gugelhupf nicht ins Netz stellen, nur weil das Backtriebmittel auf der einen Seite der Backform mehr Luft in den Teig gepumpt hat?
Ich habe eine Zeit lang eine ganz begnadete Hobbybäckerin als Kollegin gehabt. Sie hat einfach den aller, aller, aller besten Eierlikör-Gugelhupf gebacken. Das Rezept wollte sie mir jedoch nie verraten. So oft ich auch gefragt habe, so oft grinste sie mich an und meinte „Top Secret“. Sie ahnte wohl, dass ich 3 Jahre später einen Foodblog haben werde und Rezepte online stelle. 🙂 Ich würde mal behaupten, dass das nachfolgende Rezept einen total leckeren Eierlikör-Gugelhupf hervor bringt. Auch wenn es nicht das glorreiche, hoch gesicherte Rezept meiner ehemaligen Kollegin ist 🙂

Eierlikör-Gugelhupf
Zutaten
- 4 Eier
- 200 g Puderzucker
- 175 g Butter
- 1 TL Vanilleextrakt (oder Mark 1 Vanilleschote)
- 130 g Maizena (Stärke)
- 1 Pck. Backpulver
- 250 ml Eierlikör
Anleitungen
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Die Eier aufschlagen und in eine Schüssel geben. Den Puderzucker hinzugeben und ca. 3 Minuten lang cremig schlagen.
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Danach alle anderen Zutaten der Reihe nach hinzugeben und gut verrühren.
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Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.
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Den Teig in die eingefettete Gugelhupfform geben und auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben. Ca. 50 Minuten lang backen. Die Stäbchenprobe empfiehlt sich.
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Nach dem Backen den Kuchen 10 Minuten in der Form auskühlen lassen. Danach vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen und sobald der Kuchen komplett ausgekühlt ist, mit Puderzucker bestreuen.
Rezept-Anmerkungen
Ich finde ja der Kuchen schmeckt am besten, wenn man ihn abends am Vortag backt und erst am nächsten Tag geniesst. Dann ist er richtig schön durchgezogen und saftig.